Woche der Utopie

Vor 500 Jahren hat Thomas Morus seine Utopia veröffentlicht. Für uns war das Anlass, uns im Juni in einer Woche am Lago Maggiore mit ihr, aber auch mit der Geschichte des utopischen Denkens zu beschäftigen – und natürlich mit seiner Gegenwart und Zukunft.
Der Begriff der Utopie steht wie kein anderer für die Idee einer radikalen politischen Alternative. Eben deshalb wird utopisch landläufig als gleichbedeutend mit unrealistisch und traumtänzerisch betrachtet. Dessen ungeachtet verbinden viele mit ihm die Perspektive einer grundsätzlich anderen, gerechten und glücklicheren Gesellschaft – eine Perspektive, die sich deutlich abhebt von kleinen, eher technischen Verbesserungen der politischen und sozialen Situation.
Weiterlesen „Woche der Utopie“

Vollglück im Hirtenmuseum

Nur das „Schäferstündchen“ und „idyllische“ Urlaubsgegenden erinnern heute noch an die große Tradition der Hirtendichtung. Nahezu vergessen scheint der alte europäische Traum von einem einfachen, mühelosen  Leben voll von Liebe, Kunst und Freuden in lieblicher arkadischer Landschaft. Er inspirierte fürstliche Parks, beschäftigte viele Jahrhunderte Künstler und Philosophen. Das Unerreichbare schien nahe gerückt, leuchtend, beseligend, doch nicht ohne sanfte Trauer.

Unter dem Jean-Paul-Titel „Vollglück in der Beschränkung“ versuchten Michel Gölling und ich, die Idee der Hirtendichtung im Hirtenmuseum in Hersbruck wieder zu beleben, was sich auch nachlesen lässt: Hersbrucker Zeitung vom 6 6.2016.  Der Versuch erfolgte in vier Teilen. Weiterlesen „Vollglück im Hirtenmuseum“

Commons Club im Cafe Feez ?

Mit Richard von der AttacVilla habe ich die Idee eines Commons Club entwickelt.

Halle

Auch wenn es irgendwann ein Netz werden soll, ist es gut, sich die Realisierbarkeit an einem konkreten Beispiel zu überlegen. Nehmen wir z.B. Halle. Nicht so groß wie Berlin, aber verkehrstechnisch an zentraler Stelle. Wie anderswo wird das Publikum wohl hauptsächlich aus Ort und Umgebung stammen, aber ergänzt durch Leute, die in Halle zu tun haben oder auf der Durchreise sind.

Das Café Feez (Bild) ist keine 10 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt und auch von Einrichtung und Ausstattung her gut geeignet. Weiterlesen „Commons Club im Cafe Feez ?“

Idylle

Mit Idylle verbinden wir auf den ersten Blick keinen großen politischen Entwurf. Im Gegenteil denken wir dabei eher an unpolitische bürgerliche Behaglichkeit und Zufriedenheit. Das war nicht immer so. Als Arkadien oder Goldene Zeit gehörte sie lange zu den prägenden Wunschvorstellungen der europäischen Geschichte, vergleichbar der Utopie, aber von ganz anderer Art.
Ursprünglich steht die Bezeichnung Idylle (wörtlich (gr.) Bildchen) für eine Dichtungsgattung, nämlich die heute fast vergessene Hirtendichtung. In dieser kommt ein einfaches, friedliches ländliches Leben voll Muße und mit viel Zeit für Liebe und Kunst zur Darstellung. Einzig das “Schäferstündchen” hat sich davon noch in einem breiteren Bewusstsein erhalten. Weiterlesen „Idylle“

einfach.nomadisch.leben.

Den Solikon2015 vom 10.-13.9.2015 in Berlin wollen wir nutzen, um über nomadische Lebensformen für uns nachzudenken. Nicht leben wie die Nomaden, sondern in Formen, die wir leben können.
Entwürfe alternativen Wohnens und Lebens gehen oft mit lokaler Beschränkung einher.
Wir knüpfen an Projekte an, die es schon gibt, z.B. an die Europäische Cooperative der 80er, an P.M.s Leben in Grandhotels. Und wir fragen gemeinsam, wie könnte das für uns aussehen. Wäre ein Commons Club eine mögliche Form? Für wen sind diese Lebensweisen möglich? Für Berufsungebundene, Freischaffende, “giovani di altro tempo”? Welche Gestalten, Grenzen und Inhalte können sie haben? Was unterscheidet sie von AirBnb? Hier schon mal eine Vision für eine Generation. Andere dürfen ihre eigenen entwickeln. Der Workshop soll aus einem Input-Teil und einem kreativen Brainstorm/Worldcafe-artigen Phase bestehen und beginnt am Freitag um 14:30. Weiterlesen „einfach.nomadisch.leben.“

Nomadische Gedanken von Christine

Es geht nicht um Geld, sondern um Begegnungen und einen solidarischen Weg wie unsere Generation – wir begrenzen es auf eine Generation – das Alter verbringen kann / möchte. Wir werden alle zusammen nicht mehr so hohe Renten haben, aber viel Lust zu Reisen und miteinander Spaß zu haben.. Und die meisten von uns werden mehr Wohnraum haben, als sie brauchen. Wir wollen also die Reiselust, die Lust auf Begegnungen und auf Gemeinschaft fördern. Deshalb empfiehlt sich auch ein Verein oder eine Genossenschaft.
Weiterlesen „Nomadische Gedanken von Christine“

Commons Club

Anknüpfend an die Europäische Cooperative der 80er Jahre, die nur kurz Bestand hatte, beschäftigten mich immer wieder Gedanken an ein nicht beständig ortsgebundenes Leben, wechselnd zwischen Orten. Scherzhaft nannte ich das mein Pfalzenprojekt. Die Ausgestaltung kann man sich sehr verschieden vorstellen.

Mit Richard von der AttacVilla (Bild) habe ich mich oft darüber unterhalten und wir haben die Idee eines Commons Club entwickelt – vor der Ähnlichkeit mit englischen Clubs nicht zurückscheuend, aber auch im Gedenken an die Republikanischen Clubs der 60er Jahre. In jedem Fall waren und sind es Orte irgendwie Gleichgesinnter, die aber durchaus ein breites Meinungsspektrum repräsentieren können.

Dabei sind die Orte durchaus konstitutiv. Weiterlesen „Commons Club“