Alte und Neue Allmenden

allmende1Noch vor wenigen Jahren war „Allmende“ einfach ein aussterbendes Wort für eine aussterbende Sache – bis es eine neue Konjunktur im Zusammenhang mit freier Software, geistigen Eigentumsrechten („Creative Commons“), aber auch mit Saatgut, Umweltressourcen und generell mit Gemeingütern erlebte.
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Ursprüngliche Allmende

Charakteristisch für die Allmende in unseren Breiten war und ist, dass hier Privates und Öffentliches vielfältig ineinander greifen. Denn auf die gemeinsame Weide wird das private Vieh getrieben und sie existiert neben dem privaten Land, das für Getreide und Gemüse genutzt wird. Die Allmende bildet eine gemeinsame Infrastruktur, die privat genutzt werden kann. So gab es schon zu Zeiten der Abschaffung der Allmende (konkret 1815 in Ingolstadt) das soziale Argument, dass der Großbauer, der viel Großvieh auf die Allmende treibt, gegenüber dem mit wenig Kleinvieh bevorteilt wird.
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Allmendaufhebung

Mindestens so spannend wie die Allmende selbst sind ihr Ende, die Allmendaufhebung, und die Gründe dafür.  Auf den ersten Blick scheint es ja eine Folge des (wissenschaftlichen und sonstigen) Fortschritts gewesen zu sein. Als extensive Form der Landwirtschaft geriet sie in Misskredit zugunsten der „fortschrittlichen“ intensiven Landwirtschaft mit Stallhaltung, Kunstdünger etc. Das Ende der Allmende lag nahe bei Liebigs Erfindung der künstlichen Mineraldüngung. Aber, wie heute bei der Gentechnologie, sind die technischen Veränderungen eingebettet in wirtschaftliche und politische. Weiterlesen „Allmendaufhebung“

Tragik und Verfassung der Allmende

Die gesamte Kritik an der Allmendewirtschaft wird im Begriff der „Tragedy of the Commons“ zusammengefasst, den Hardin 1968 prägte. Heute wird er im Kontext neoliberaler Argumentation benutzt. Hardin selbst war aber als Malthusianer eher für mehr Regelung als für Liberalisierung. Zudem könnten wir ihn heute zu den Wachstumskritikern rechnen. Weiterlesen „Tragik und Verfassung der Allmende“

Neue Allmenden

Umwelt und Wissen als (sehr unterschiedliche) neue Allmenden

Volkswirtschaftlich sind Allmendegüter unreine öffentliche Güter, Anders als bei reinen ist Rivalität gegeben, d. h. die Nutzung durch einen ver- oder behindert die Nutzung durch andere, aber ein Ausschluss von der Nutzung ist nicht möglich. Freilich ist das eine schematische Einordnung in eine primär marktwirtschaftliche Begrifflichkeit, die dem Allmendegedanken so fremd ist wie dieser ihr. Weiterlesen „Neue Allmenden“