Utopische Romantik

ich weiß nicht genau, wie ich vor gar nicht so langer Zeit auf das Buch von Petra Röder gestoßen bin, es war wohl ein Zufallsfund in einem Antquariatskatalog: Utopische Romantik – Die verdrängte Tradition im Marxismus. Von der frühromantischen Poetologie zur marxistischen Gesellschaftstheorie, aber ich kann mich noch erinnern, warum es meine Aufmerksamkeit erregte, brachte es doch zwei Interessen oder auch Seiten von mir in Verbindung, die schon fast lebenslang nebeneinander her laufen: eine auf die reale Gesellschaft und ihre Veränderung bedachte und eine, die eine andere Welt eher erträumt oder fantasiert und insofern vielleicht mehr der Literatur als der Gesellschaftstheorie oder gar ihrer praktischen Umsetzung zugerechnet werden kann. Weiterlesen „Utopische Romantik“

Faulheit und Müßiggang

Heute, am 10. August, am internationalen Tag des Faulpelzes, ist wohl der richtige Zeitpunkt: Ein Thema, das mich schon jahrelang, irgendwie auch lebenslang begleitet, hat es bisher noch nicht in den Blog geschafft (wobei das Thema sogar das Versäumnis erklären könnte 😉 Faulheit und Müßiggang. Der Sprung von der Praxis in die Theorie wurde wahrscheinlich durch die Lektüre der Buches „How to be Idle“ von Tom Hodgkinson , einem Experten auf diesem Gebiet, angeregt. Er hat auch die Zeitschrift „The Idler“ herausgegeben. Ein Heft davon trägt den Untertitel How to make a Revolution from your Bedside. Der theoretische Klassiker ist natürlich das „Lob der Faulheit“ von Paul Lafargue, dem Schwiegersohn von Karl Marx und der literarische Oblomow von Gontscharew. Weiterlesen „Faulheit und Müßiggang“

Das Ende der Allmende

Mittlerweile ist  in der Reihe Studien zur Ortsgeschichtsforschung im Landkreis Starnberg ein Band zu Allmenden. Gemeinschaftsgut und Nutzungsrechte erschienen (und auch in der Süddeutschen Zeitung besprochen worden), der die Vorträge einer Arbeitstagung im letzten Jahr in Andechs wiedergibt.. Ich hatte einen Beitrag beigesteuert und dabei  besonders auf das Ende der Allmende und auf den Zusammenhang mit dem epochalen wirtschaftshistorischen Umbruch abgehoben, den Polanyi The Great Transformation nennt. Aus dem längeren Text gebe ich hier nur diesen Abschnitt wieder: Weiterlesen „Das Ende der Allmende“

Woche der Utopie

Vor 500 Jahren hat Thomas Morus seine Utopia veröffentlicht. Für uns war das Anlass, uns im Juni in einer Woche am Lago Maggiore mit ihr, aber auch mit der Geschichte des utopischen Denkens zu beschäftigen – und natürlich mit seiner Gegenwart und Zukunft.
Der Begriff der Utopie steht wie kein anderer für die Idee einer radikalen politischen Alternative. Eben deshalb wird utopisch landläufig als gleichbedeutend mit unrealistisch und traumtänzerisch betrachtet. Dessen ungeachtet verbinden viele mit ihm die Perspektive einer grundsätzlich anderen, gerechten und glücklicheren Gesellschaft – eine Perspektive, die sich deutlich abhebt von kleinen, eher technischen Verbesserungen der politischen und sozialen Situation.
Weiterlesen „Woche der Utopie“

Vollglück im Hirtenmuseum

Nur das „Schäferstündchen“ und „idyllische“ Urlaubsgegenden erinnern heute noch an die große Tradition der Hirtendichtung. Nahezu vergessen scheint der alte europäische Traum von einem einfachen, mühelosen  Leben voll von Liebe, Kunst und Freuden in lieblicher arkadischer Landschaft. Er inspirierte fürstliche Parks, beschäftigte viele Jahrhunderte Künstler und Philosophen. Das Unerreichbare schien nahe gerückt, leuchtend, beseligend, doch nicht ohne sanfte Trauer.

Unter dem Jean-Paul-Titel „Vollglück in der Beschränkung“ versuchten Michel Gölling und ich, die Idee der Hirtendichtung im Hirtenmuseum in Hersbruck wieder zu beleben, was sich auch nachlesen lässt: Hersbrucker Zeitung vom 6 6.2016.  Der Versuch erfolgte in vier Teilen. Weiterlesen „Vollglück im Hirtenmuseum“

Commons Club im Cafe Feez ?

Mit Richard von der AttacVilla habe ich die Idee eines Commons Club entwickelt.

Halle

Auch wenn es irgendwann ein Netz werden soll, ist es gut, sich die Realisierbarkeit an einem konkreten Beispiel zu überlegen. Nehmen wir z.B. Halle. Nicht so groß wie Berlin, aber verkehrstechnisch an zentraler Stelle. Wie anderswo wird das Publikum wohl hauptsächlich aus Ort und Umgebung stammen, aber ergänzt durch Leute, die in Halle zu tun haben oder auf der Durchreise sind.

Das Café Feez (Bild) ist keine 10 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt und auch von Einrichtung und Ausstattung her gut geeignet. Weiterlesen „Commons Club im Cafe Feez ?“