Solidarisch reisen

Es gibt viele Weisen der Solidarität in Europa und besonders auch mit Europas Süden. Aber am deutlichsten wird die Solidarität doch, wenn sie auch zu persönlichen Kontakten führt. Wir werden bei unserer Direkthandelskampagne SoliOli oft gefragt, ob wir nicht Empfehlungen für Unterkünfte im Umfeld solidarischer und alternativer Ökonomie geben können oder sagen, wo landwirtschaftliche Kooperativen zu besuchen sind. Mit dieser Art des Reisens können kleine einheimische Betriebe statt internationaler Konzerne unterstützt werden, aber vor allem kann man mehr von Land und Leuten kennenlernen – und von Solidarität.

Ich will mal einen allerersten Schritt versuchen:
Auf Sizilien gibt es z.B. die Kooperative Le Galline Felici (Die glücklichen Hühner) ein Zusammenschluss von kleinen Agrarbetrieben im Osten Siziliens – vom Ätna im Norden bis nach Modica im Süden. Neben den köstlichen Früchten des Landes bieten viele davon auch die Möglichkeit von Urlaubsaufenthalten an. Auch Besichtigungen und touristische Exkursionen sind möglich, teilweise aber erst ab einer gewissen Personenzahl. Man kann aber auch einfach auf einem der Höfe Station machen.
Informationen zu den Unterkünften finden sich hier, sofern man des Italienischen mächtig ist – oder des Französischen. Mit Deutsch oder Englisch sieht es derzeit nicht so gut aus. Das gilt auch für die nachfolgenden Links. Ich will versuchen, mich bei Gelegenheit um Übersetzung zu kümmern.
Zwei Unterkünfte der Kooperative greife ich heraus weil ich sie selber kenne und empfehlen kann. Zum einen San Matteo in Giarre. östlich des Ätna gelegen. [] Es verfügt über 3 großzügige Zimmer mit einem gemeinsamen Aufenthaltsraum, einen weiträumigen Außenbereich mit kleinem Pool und einen sehr freundlichen Gastgeber Carlo. Der Ort bietet sizilianische Atmosphäre, aber keine touristischen Highlights. Die finden sich aber in der näheren Umgebung: Taormina, Acireale, Ätna.
Südlich von Catania, in der Nähe von Augusta gelegen findet sich der Hof von Roberto Li Calzi, ein Urgestein der sizilianischen Alternativszene. Der Aufenthalt mit durchaus komfortablen Zimmern gewinnt durch die gemeinsame Wohnküche etwas Kommunecharakter. Ein idealer Ort, um Einblick in die alternativeren Welten Siziliens zu gewinnen. Roberto spricht fließend Französisch und Englisch (und natürlich Italienisch)
Eine letzte sizilianische Empfehlung: Die Case Caro Carrubo in der Nähe von Ragusa. Eine wunderschöne, recht abgelegene alternative Landwirtschaft eher für den Eigenverbrauch und einige Freunde. Hier kann man in den ibläischen Bergen in einem kleinen Haus auf einem großen Grundstück mit vielfältiger Vegetation ein ruhiges Leben führen, aber auch Ausflüge ans Meer oder zu den Weltkulturerbestätten Ragusa oder im Tal von Noto machen. Die Gastgeberin Renate versorgt ihre Gäste auf Wunsch mit ökologischen Speisen, wenn die nicht lieber selber kochen, was auch möglich ist. Sie spricht neben Italienisch auch Englisch und ihre Muttersprache Deutsch, die sie nach fast dreißig Jahren in Sizilien nicht verlernt hat 😉
Ein warnender Hinweis für alle genannten Höfe : Es ist dort zwar fast alles ökologisch. Sie sind aber ohne ein eigenes oder gemietetes Auto nicht oder nur sehr mühsam zu erreichen.

Fragen gern an solidarischreisen@icloud.com

Demnächst folgen zwei Tipps zu Griechenland

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