Das Ende der Allmende

Mittlerweile ist  in der Reihe Studien zur Ortsgeschichtsforschung im Landkreis Starnberg ein Band zu Allmenden. Gemeinschaftsgut und Nutzungsrechte erschienen (und auch in der Süddeutschen Zeitung besprochen worden), der die Vorträge einer Arbeitstagung im letzten Jahr in Andechs wiedergibt.. Ich hatte einen Beitrag beigesteuert und dabei  besonders auf das Ende der Allmende und auf den Zusammenhang mit dem epochalen wirtschaftshistorischen Umbruch abgehoben, den Polanyi The Great Transformation nennt. Aus dem längeren Text gebe ich hier nur diesen Abschnitt wieder: Weiterlesen „Das Ende der Allmende“

Allmenden in Tunis

Zum zweiten Mal fand Ende März 2015 das Weltsozialforum in Tunis statt. Und zum zweiten Mal bin ich dem Ruf gefolgt, habe aber zum ersten Mal, zusammen mit Elisabeth Meyer- Renschhausen, dort einen Workshop angeboten zum Thema “Old Commons and New Ones”. Das Thema ist ja auf diesen Seiten schon altbekannt. Aus gegebenem Anlass wurden die Nordafrikanischen Allmenden besonders betont, und in diesem Zusammenhang auch was Rosa Luxemburg dazu geschrieben hat. Elisabeth berichtete zu ihrer neuen Inkarnation als Allmendegärten.
Aus dem vielfältigen Angebot (mehr als tausend Workshops) will ich nur die Veranstaltungen zur Solidarität mit Griechenland hervorheben, auf denen dieses Aktionsdokument verabschiedet wurde.

Das Ende der Haustiere. 10000 Jahre Hirtenkultur

Am Dienstag 8.7. um 19 h 

geht es im SlowLädla, Hersbruck, Martin-Luther-Str. 5

um die gerade in und um Hersbruck lang bestehende Hirtenkultur und ihr zu befürchtendes Ende.

Die Älteren unter uns konnten noch erleben, wie im Hersbrucker Umland der Gemeindehirte die Kühe auf den örtlichen Hutanger trieb. Das war hier länger der Fall als anderswo, aber seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist es Vergangenheit. Nur selten machen wir uns klar, dass damit eine Tradition ihr Ende gefunden hat, die seit Menschengedenken diese Gegend geprägt hatte und die insgesamt die Menschheit so lange begleitet hat, wie von Kultur ernsthaft die Rede sein kann. Weiterlesen „Das Ende der Haustiere. 10000 Jahre Hirtenkultur“

Wissensallmenden

Wissensallmenden oder Creative Commons sind, anders als physische Allmenden gerade nicht durch Unvermehrbarkeit ausgezeichnet. Für sie gilt umgekehrt, dass sie, wenn sie einmal geschaffen sind, heutzutage mit großer Leichtigkeit vermehrt bzw. kopiert werden können. Damit entfällt letztlich auch die Rivalität. Anders als beim Apfel kann ein Buch oder seine billige elektronische Kopie von mehreren gelesen werden. Hier ist gerade die in Zeiten der Digitalisierung prinzipiell unbegrenzte Vermehrbarkeit Anlass, den Begriff der Allmende auf diesen Bereich zu übertragen, nämlich unbegrezten Zugang für Freie Software, Creative Commons (Künstlerische und wissenschaftliche Texte, Musik, bildende Kunst), Saatgut und Medikamente zu fordern und für ihre Produzenten andere Entgeltformen zu entwickeln. Weiterlesen „Wissensallmenden“

Baumallmenden

Was gern übersehen wird und worauf ich deshalb besonders gerne hinweise ist, dass auf den Allmenden, zumindest in unseren Breiten und soweit die dokumentierte Überlieferung zurückreicht, privates Vieh weidet. Es gibt also schon privaten Besitz, der sich zunächst im Rahmen des eigenen Bedarfs hielt. Im Allgemeinbesitz ist nur der Boden, das zentrale Produktionsmittel der Weidewirtschaft.
Eben dieses Zusammenspiel von privat und öffentlich lässt sich auch an einem weniger bekannten Beispiel zeigen: den Baumallmenden. Weiterlesen „Baumallmenden“

Nordafrikanische Allmenden

Bei der Recherche nach allgemeineren Belegen für Gemeineigentum in Nordafrika fand ich bemerkenswert gründliche Ausführungen bei Rosa Luxemburg. Zum einen in der während des Ersten Weltkriegs im Gefängnis geschriebenen “Einführung in die Ökonomie”, zum anderen und ausführlicher im 27. Kapitel ihrer “Akkumulation des Kapitals”.

Bei den viehzüchtenden arabischen Nomaden war der Grund und Boden Eigentum der Geschlechter. Dieses Geschlechtseigentum, schrieb der französische Forscher Dareste im Jahre 1852, geht von Generation zu Generation, kein einzelner Araber kann auf ein Stück Land weisen und sagen: Dies ist mein.

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Dattelbaumallmenden

Im Anschluss an das Weltsozialforum in Tunis führte uns der Weg in die Wüstengegend des Schott el Djerid mit den großen Dattelpalmoasen von Tozeur und Nefta. Nicht weit davon finden sich die vielbesuchten Bergoasen Chebika, Tamerza und Mides.
Nur in Chebika scheint es noch die alte Form der Bewirtschaftung zu geben, bei der der Boden Gemeineigentum ist. Weiterlesen „Dattelbaumallmenden“