Müßiggang – eine Blütenlese

Wenn ein Mensch einmal einen halben Tag in den Wäldern spazieren geht, weil er sie liebt, dann besteht die Gefahr, dass er als Tagedieb angesehen wird; wenn er dagegen den ganzen Tag als Unternehmer zubringt und diese Wälder abhackt und die Erde vorzeitig kahl werden lässt, so wird er als fleißiger und unternehmungslustiger Bürger betrachtet.
Henry David Thoreau (1817 -1862)

Arbeit und Tugend schließen einander aus
Aristoteles (384 – 322 v. Chr.)

Der Faule
Rennt dem scheuen Glücke nach!
Freunde, rennt euch alt und schwach!
Ich nehm’ Teil an eurer Müh:
Die Natur gebietet sie.
Ich, damit ich auch was thu’, –
Seh’ euch in dem Lehnstuhl zu.
Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781)

Man muss sich aus dem Gefängnis der Geschäfte und der Politik befreien.
Epikuros (342 – 271 v. Chr.)

Man verschlafe ruhig die Hälfte des Lebens, man wird die andere doppelt genießen.
Karl Ludwig Schleich, (1859 – 1922)

Das einzige, was meinem Sinn behaget,
Nach langer Arbeit glücklichem Vollbringen
Mit süßem Nichts die Tage zu verträumen,
Bei jedem flüchtigen Genuss zu säumen,
Am Großen sich ergötzend und Geringem.
August Graf von Platen (1796 – 1835)

Die Kunst erwächst dem Fleiß der Faulen.
Peter Bamm (1897 – 1975)

Die Faulen sind stets aufgelegt, etwas zu tun
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues (1715 – 1747)

Zuviel Fleiß im Kleinen macht unfähig zum Großen
Francois de La Rochefoucauld (1613 – 1680)

Unnütz zu sein, gehört zum Charakter der Werke des Genies: Es ist ihr Adelsbrief!
Arthur Schopenhauer (1788 – 1860)

Die Neger am Senegal versichern steif und fest, die Affen seien Menschen ganz wie wir, jedoch klüger, indem sie sich des Sprechens enthalten, um nicht als Menschen erkannt und zum Arbeiten gezwungen zu werden.
Heinrich Heine (1797 – 1856)

Unbedingte Tätigkeit macht zuletzt bankrott.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Man müßte wenigstens täglich ein gutes Gedicht lesen, ein schönes Gemälde betrachten, ein sanftes Lied hören oder ein herzliches Wort mit einem Freund reden um auch den schöneren, ich möchte sagen, den menschlicheren Teil unseres Wesens zu bilden.
Heinrich von Kleist (1777 – 1811)

Die höchste Kunst ist die Kunst zu leben
Novalis (1772 -1801)

Mir scheint nämlich selbst ein freier Bürger nicht wirklich frei zu sein, der nicht irgendwann auch einmal einfach nichts tut.
Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v. Chr.)

Unser Leben ist der Mord durch Arbeit, wir hängen sechzig Jahre lang am Strick und zappeln, aber wir werden uns losschneiden.
Georg Büchner (1813 – 1837)

Das Leben stimmt nicht mit der Philosophie überein: Es gibt kein Glück ohne Müßiggang, und nur das Nutzlose bereitet Vergnügen.
Anton Pawlowitsch Tschechow (1860 – 1904)

Muße ist die Verteidigung der Vollkommenheit.

Nicht die Arbeit, die Muße ist das Ziel des Menschen.

Gar nichts tun ist die schwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt.
Oscar Wilde (1854 -1900)

In unsere Jugend schuften wir wie die Sklaven, um etwas zu erreichen, wovon wir im Alter sorgenlos leben könnten; und wenn wir alt sind, sehen wir, dass es zu spät ist, so zu leben.
Alexander Pope (1688 – 1744)

Die Faulheit
Fleiß und Arbeit lob’ ich nicht,
Sie gehören für den Bauer.
Fleiß und Arbeit, wie man spricht,
Machen nur das Leben sauer.
Faulheit, drum sollst du allein
Meiner Güter höchstes sein.

Bücher, euch verzehrt der Staub;
Ich mag nicht mehr mit euch wachen.
Bald bin ich des Grabes Raub.
Ich will faul in allen Sachen:
Nur nicht faul zu Lieb’ und Wein,
Nur nicht faul zur Faulheit sein.
Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781)

Grabsprüche:
Ich sterbe wahrlich mit Vergnügen
Und kann es kaum vor Gähnen sagen:
Ich darf ja draußen liegen
Und werde ja hinausgetragen.

Hier ruh ich aus von meiner Erdenplag’,
Mich kann kein Hoffen mehr betrügen,
Und kommt dereinst der Auferstehungstag,
Ich rühr’ mich nicht, ich bleibe liegen.

Das Glück scheint in der Muße zu liegen. Denn wir verzichten nur auf die Muße, um Muße zu gewinnen, und führen Krieg, um Frieden herbeizuführen.

Die Glückseligkeit ist Sinn und Zweck des Lebens, sie ist das Ziel und die Erfüllung menschlichen Daseins.

Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
Aristoteles (384 – 322 v. Chr.)

Muße ist der schönste Besitz von allen
Sokrates (470 – 399 v. Chr.)

Gott hat uns in die Welt gesetzt, damit wir uns amüsieren. Alles übrige ist platt und scheußlich und erbärmlich.
Voltaire (1694 – 1778)

Was man nicht im Bett tun kann, ist nicht wert, getan zu werden.
Groucho Marx (1895 – 1977)

Das Nichtstun hat keine Kenntnisse, es hat keine Fähigkeiten, doch es gibt nichts, was es nicht wüsste, und es gibt nichts, was es nicht könnte.
Lao-tse 4./3. Jh. v. Chr.

Einsamkeit und Faulheit liebkosen die Phantasie
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821 – 1881)

Niemals ist man tätiger, als wenn man dem äußeren Anschein nach nichts tut, niemals ist man weniger allein, als wenn man in der Einsamkeit mit sich allein ist.
Marcus Porcius Cato (234 – 149 v. Chr.)

Niemals bin ich weniger müßig als in meinen Mußestunden.
Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v. Chr.)

Wenn der Mensch zur Ruhe kommt, dann wirkt er.
Francesco Petrarca (1304 – 1374)

Der Mensch muss sich hüten, durch zu viel Arbeit seinen Leib zu töten.
Hildegard von Bingen (1098 – 1179)

Der Mensch ist nicht erschaffen, um zu arbeiten. Der Beweis: er wird müde davon.
Alexander Dumas (1824 – 1895)

Arbeit, die nicht Spaß macht, ist Schinderei.
Papst Stephan (? – 897)

Alle Uhren gehen sehr.
Jean Paul (1763- 1825)

Es ist also zu sagen, dass das beschauliche Lebern schlechthin besser ist als das tätige Leben.
Thomas von Aquin (1225 – 1274)

Es gibt wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.
Mahatma Gandhi (1869 – 1948)

Eins seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder, in denen die kapitalistische Zivilisation herrscht, eine Sucht, die das in der modernen Gesellschaft herrschende Einzel- und Massenelend zur Folge hat. Es ist dies die Liebe zur Arbeit, die rasende bis zur Erschöpfung der Individuen und ihrer Nachkommenschaft gehende Arbeitssucht. …
Paul Lafargue (1842 – 1911)

Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)

Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus. Zu keiner Zeit haben die Tätigen, das heißt die Ruhelosen, mehr gegolten. Es gehört deshalb zu den notwendigen Korrekturen, welche man am Charakter der Menschheit vornehmen muss, das beschauliche Element in großem Maße zu verstärken.
Friedrich Nietzsche (1844 – 1900)

Ich glaube, dass auf der Welt viel zuviel gearbeitet wird und dass unermesslicher Schaden hervorgerufen wird durch die Überzeugung, Arbeit sei etwas Heiliges und Tugendhaftes.

Ohne die Klasse der Müßiggänger wären die Menschen heute noch Barbaren
Bertrand Russell (1872 – 1970)

Ich habe keine Zeit zu hetzen.
Henry David Thoreau (1817 – 1862)

„Und schreib getrost: Am Anfang war die Tat!“ Aber vergiss nicht die richtige Betonung: Am Anfang war die Tat; denn alle höhere Entwicklung wird vom Willen zur Faulheit geleistet.
Georg Simmel (1858 – 1918)

Man genießt die Natur auf keine Weise so schön als bei dem langsamen, zwecklosen Gehen. Denn das gehört namentlich zum Begriff selbst des Spazierengehens, dass man keinen ernsthaften Zweck damit verbindet. Seele und Körper müssen in vollkommener und ungehemmter Freiheit bleiben, man muss kaum einen Grund haben, auf die eine oder die andere Seite zu gehen.
Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835)

Was nützen dir Liebe, Glück, Bildung, Reichtum, wenn du dir nicht die Zeit nimmst, sie in Muße zu genießen?
Emilie von Gleichen-Rußwurm (1804 – 1872)

Wer seine Tätigkeit einschränkt, erlangt Weisheit
Salomo (965 – 926 v. Chr.)

The poor, the foul, the false, love can
Admit, but not the busied man.
John Donne (1572 – 1631)

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