SlowLädle – ein Ort des Buen Vivir

SlowLädle – ein Ort des Buen Vivir

Es tut sich wieder was in Hersbruck. Auch wenn die Wohnpläne immer noch nicht vom Fleck kommen, gewinnt die Idee an Fahrt, dass wir auch schon was zusammen tun können, wenn wir noch nicht zusammmen wohnen. Wir nehmen einfach unser geplantes Wohnzimmer voraus, das schon immer als ein (in gewissem Umfang) öffentliches gedacht war. Dann gab es da auch schon immer die Idee eines kleinen Ladens, der eigentlich kein Laden sein sollte, sondern irgendeine Mischung von Treff- und Informationsort, der wie ein Museumsladen auch einiges des zu Vermittelnden kaufbar machen würde, konkret also z.B. regionale Lebensmittel. Weiterlesen „SlowLädle – ein Ort des Buen Vivir“

Buen Vivir in Halle

In Halle fand ein vielfältig interessantes Symposion zum andinischen Konzept des Buen Vivir statt. Ich nutzte die Gelegenheit, parallelen Gedanken in der europäischen Arkadientradition nachzuspüren:

Arkadien in den Anden? Eine europäische Utopie des Buen Vivir
In “Werke und Tage” von Hesiod (7./8.Jhdt v. Chr.) wird von der Zeit des Saturn berichtet, in der die Menschen im Einklang mit der Natur friedlich, einfach und glücklich lebten. Später wurde dies “Goldenes Zeitalter” genannt – und das Land dieses einfachen Glückes Arkadien. Weiterlesen „Buen Vivir in Halle“

Idylle und Arkadien

Vergil, Ecl 5, 43-44

Daphnis ego in silvis /hinc usque ad sidera notus / formosi pecoris custos / formosior ipse

Ich bin Daphnis in den Wäldern / bekannt bis zu den Gestirnen / Hüter schönen Viehs / schöner noch selbst

Sucht man heute im Web nach „Idylle“, so wird man nicht eine Aufklärung über den Ursprung der Idylle in den Hirtengedichten früherer Zeiten finden, in denen eine einfache, friedliche Welt voller Müßiggang, Kunst und Liebe zur Darstellung kam. Stattdessen stößt man auf touristische Angebote „in idyllischer Landschaft“ oder „eine perfekte Idylle in der Nähe der Großstadt“. Wenn wir also auch nicht erfahren haben, was wir wollten, so haben wir doch etwas gelernt: dass nämlich in den Urlaubswünschen vieler Zeitgenossen etwas fortlebt von dem, was einst als Arkadien oder „Goldenes Zeitalter“ Dichtung und Theorie beschäftigte Weiterlesen „Idylle und Arkadien“

Europas Süden

Ursprünglich wollte ich ja zu einer Woche mit meinem alten Lieblingsthema Arkadien einladen, aber jetzt gefällt mir ein anderes noch besser – und Euch vielleicht auch:
Europas Süden – Krisen- und Sehnsuchtsland
Der Grundgedanke ist einfach: die Länder, die jetzt besonders unserer Solidarität bedürfen, sind auch die, denen viele von uns seit langem viel Sympathie entgegenbringen. Wir verbringen nicht nur unsere Urlaube dort, sondern haben dort Anregungen empfangen, die unsere Lebenspläne und Gesellschaftsentwürfe wesentlich geformt haben. Weiterlesen „Europas Süden“

Nordafrikanische Allmenden

Bei der Recherche nach allgemeineren Belegen für Gemeineigentum in Nordafrika fand ich bemerkenswert gründliche Ausführungen bei Rosa Luxemburg. Zum einen in der während des Ersten Weltkriegs im Gefängnis geschriebenen “Einführung in die Ökonomie”, zum anderen und ausführlicher im 27. Kapitel ihrer “Akkumulation des Kapitals”.

Bei den viehzüchtenden arabischen Nomaden war der Grund und Boden Eigentum der Geschlechter. Dieses Geschlechtseigentum, schrieb der französische Forscher Dareste im Jahre 1852, geht von Generation zu Generation, kein einzelner Araber kann auf ein Stück Land weisen und sagen: Dies ist mein.

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Dattelbaumallmenden

Im Anschluss an das Weltsozialforum in Tunis führte uns der Weg in die Wüstengegend des Schott el Djerid mit den großen Dattelpalmoasen von Tozeur und Nefta. Nicht weit davon finden sich die vielbesuchten Bergoasen Chebika, Tamerza und Mides.
Nur in Chebika scheint es noch die alte Form der Bewirtschaftung zu geben, bei der der Boden Gemeineigentum ist. Weiterlesen „Dattelbaumallmenden“

Rosas Revolutionäre Romantik

Zugegebenermaßen eine etwas kesse Titelfloskel, aber mit einem ernsthaften Inhalt. Rosa Luxemburg hat sich ja nicht nur mit den Allmenden in Nordafrika befasst, sondern weltweit, namentlich in Mitteleuropa, Russland, Indien, Nord- und Südamerika sowie Australien. Sie spielen eine zentrale Rolle in ihrer ökonomischen Theorie.

Unsere Kenntnisse über die ältesten und primitivsten Wirtschaftsformen sind sehr jungen Datums. Noch im Jahre 1847 schrieben Marx und Engels in der ersten klassischen Urkunde des wissenschaftlichen Sozialismus, im Kommunistischen Manifest: »Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen«. Gerade um dieselbe Zeit, wo die Schöpfer des wissenschaftlichen Sozialismus diese Auffassung kundgaben, begann sie auch schon von allen Seiten durch neue Entdeckungen erschüttert zu werden.

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