Faulheit und Müßiggang

Heute, am 10. August, am internationalen Tag des Faulpelzes, ist wohl der richtige Zeitpunkt: Ein Thema, das mich schon jahrelang, irgendwie auch lebenslang begleitet, hat es bisher noch nicht in den Blog geschafft (wobei das Thema sogar das Versäumnis erklären könnte 😉 Faulheit und Müßiggang. Eigentlich war auch zur Feier des Tages geplant, anknüpfend an die Woche der Utopie 2018 ein Wochenende der Faulheit zu organisieren. Das ist jetzt auf 2019 verschoben. Aber immerhin gibt es jetzt innerhalb der „Arkadischen Akademie“ einen Abend mit diesem Thema:

Mein Sprung von der Praxis in die Theorie wurde wahrscheinlich durch die Lektüre der Buches „How to be Idle“ von Tom Hodgkinson , einem Experten auf diesem Gebiet, angeregt. Er hat auch die Zeitschrift „The Idler“ herausgegeben. Ein Heft davon heißt: Lie back and protest. How to make a Revolution from your Bedside. Der theoretische Klassiker ist natürlich „Das Recht auf Faulheit“ von Paul Lafargue, dem Schwiegersohn von Karl Marx und der literarische Oblomow von Gontscharov. Weiterlesen „Faulheit und Müßiggang“

Woche der Alpenutopien

Auch die Alpen sind ja eine Landschaft, die auf der einen Seite Sehnsüchte weckt, auf der anderen Seite von existenzgefährdenden Problemen bedroht ist. Anknüpfend an eine Idee von Werner Bätzing, einem Theoretiker und Praktiker der Alpen, wollen wir fragen, ob es eine “konkrete Utopie der Alpen” geben kann. Dem Schweizer Landschaftsschützer Raimund Rodewald und seinem Aufsatz “Arkadien, eine verlorene Utopie” verdanken wir es, die Alpenutopie auch mit unserem Lieblingsthema in Verbindung setzen zu können. Weitere Themen könnten Hirtenwesen und Allmenden, Alpenwege und alpine Architektur sein. Weiterlesen „Woche der Alpenutopien“

Arkadische Bibliothek im Hirtenmuseum

An der Seite einer Ausstellung von Peter Kees (vgl. Arkadische Landnahmen, Arkadien am Lago) wird die Idee einer Arkadischen Bibliothek präsentiert, nicht schon die Bibliothek selbst und nicht einmal deren Anfang. Sie ist nicht Teil der künstlerischen Ausstellung, harmoniert aber thematisch bestens mit ihr.

Die Arkadische Bibliothek will die glanzvolle Geschichte der heute fast vergessenen Hirtendichtung zur Darstellung bringen. Sie will aber vor allem die Wirkungsmacht der dahinter stehenden Idee eines friedlichen, einfachen und glücklichen Lebens auch für unsere Zeit zeigen, einer Idee, die stets als Entwurf eines Gegenbilds zu den Nöten und Missständen der jeweiligen Gesellschaft gesehen werden muss. Weiterlesen „Arkadische Bibliothek im Hirtenmuseum“

Botschaft von Arkadien

Im Anschluss an seine Ausstellungen hat Peter Kees ein Buch herausgebracht, sinnigerweise sogar im Arkadien-Verlag und mit dem doppelsinnigen Titel „Botschaft von Arkadien“ – denn als deren Repräsentant tritt er ja seit langem auf. Ich durfte einen Beitrag beisteuern und den repliziere ich hier. Im November 2017 haben wir den Band in einer Podiumsdiskussion in dem Literaturhaus in der Fasanenstraße in Berlin vorgestellt.

Arkadien – Ort der Idylle und der Utopie

Zunächst ist Arkadien eine einfache Sache: eine liebliche Landschaft in ewigem Frühling, mit Bäumen, Wiesen und einer Quelle oder einem See, in der Hirten ein einfaches, aber glückliches Leben führen in einer friedlichen Welt voller Müßiggang, Kunst und Liebe. Ein Literaturwissenschaftler erkennt darin den Topos des locus amoenus. Wir nennen so etwas oft eine Idylle. Alles eigentlich zu einfach, um die Jahrhunderte, ja Jahrtausende alte Faszination zu erklären, die diese Wunschlandschaft ausgeübt hat. Weiterlesen „Botschaft von Arkadien“

Nomadische Gedanken von Christine

Es geht nicht um Geld, sondern um Begegnungen und einen solidarischen Weg wie unsere Generation – wir begrenzen es auf eine Generation – das Alter verbringen kann / möchte. Wir werden alle zusammen nicht mehr so hohe Renten haben, aber viel Lust zu Reisen und miteinander Spaß zu haben.. Und die meisten von uns werden mehr Wohnraum haben, als sie brauchen. Wir wollen also die Reiselust, die Lust auf Begegnungen und auf Gemeinschaft fördern. Deshalb empfiehlt sich auch ein Verein oder eine Genossenschaft.
Weiterlesen „Nomadische Gedanken von Christine“

Die Europäische Cooperative

Beim Aufräumen fiel mir wieder dieser Prospekt aus den 80ern in die Hände: Ach ja, die (t)räumeschaffende Europäische Cooperative, die ausgehend vom berühmten Salecina von Theo und Amalie Pinkus, an der Grenze von Engadin und Bergell, und von Falsterhus, dem Tagungs- und Ferienhaus auf der dänischen Insel Falster ein europäisches Netzwerk von solchen Orten aufbauen wollte. Auch unser Sitz in Formine am Lago Maggiore, für den Salecina ja auch ein Vorbild war, sollte anfangs einbezogen werden. Der Traum hielt nur ein paar Jahre, genauer gesagt seine Realisierung, denn die Träume bleiben ja. Weiterlesen „Die Europäische Cooperative“

Arkadien am Lago

Formine am Lago Maggiore, ein Ort mit ohnedies arkadischen Qualitäten, war im letzten Herbst schon Ort für eine Arkadienwoche. Und nun hatte diese noch ein Nachspiel mit weitreichenden völkerrechtlichen Konsequenzen 😉 Peter Kees, Künstler und dazu noch leibhaftiger Konsul von Arkadien, der schon in verschiedenen Ländern Gebiete für Arkadien besetzt hat, entwendete nun hier am Lago Maggiore dem italienischen Staat einen arkadischen Quadratmeter. Darüber wurden der italienische Ministerpräsident, mehrere Zeitungen und sicherheitshalber auch die Polizei informiert. Eine Reaktion lautete: „Besser wäre es gewesen, dem italienischen Staat nur einen Quadratmeter zu belassen und den Rest Arkadien zuzuschlagen.“
Mit weiteren künstlerischen Interventionen muss gerechnet werden.