Wer hat Angst vor ‚dem‘ Nashorn?

Überschrift und Bild dieses Eintrags sind grob irreführend. Es geht nicht um die Angst vor einem konkreten Nashorn, sondern um die vor dem Gattungsabstraktum das Nashorn, also ein eher sperriges Thema. Normale Menschen haben davor keine Angst, allenfalls Leute , die für philosophische Probleme anfällig sind. Zu den Abstrakta gehören Begriffe wie Begriff, Zahl, Menge, aber auch Ware oder eben Gattungsnamen. Marx beschrieb seine Probleme mit der Warenabstraktion so: 

Eine Ware scheint auf den ersten Blick ein selbstverständliches, triviales Ding. Ihre Analyse ergibt, daß sie ein sehr vertracktes Ding ist, voll metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken. [… Ein Tisch bleibt Holz], ein ordinäres sinnliches Ding. Aber sobald er als Ware auftritt, verwandelt er sich in ein sinnlich übersinnliches Ding. Er steht nicht nur mit seinen Füßen auf dem Boden, sondern er stellt sich allen andren Waren gegenüber auf den Kopf und entwickelt aus seinem Holzkopf Grillen, viel wunderlicher, als wenn er aus freien Stücken zu tanzen begänne.

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Botschaft von Arkadien

Im Anschluss an seine Ausstellungen hat Peter Kees ein Buch herausgebracht, sinnigerweise sogar im Arkadien-Verlag und mit dem doppelsinnigen Titel „Botschaft von Arkadien“ – denn als deren Repräsentant tritt er ja seit langem auf. Ich durfte einen Beitrag beisteuern und den repliziere ich hier. Im November 2017 haben wir den Band in einer Podiumsdiskussion in dem Literaturhaus in der Fasanenstraße in Berlin vorgestellt.

Arkadien – Ort der Idylle und der Utopie

Zunächst ist Arkadien eine einfache Sache: eine liebliche Landschaft in ewigem Frühling, mit Bäumen, Wiesen und einer Quelle oder einem See, in der Hirten ein einfaches, aber glückliches Leben führen in einer friedlichen Welt voller Müßiggang, Kunst und Liebe. Ein Literaturwissenschaftler erkennt darin den Topos des locus amoenus. Wir nennen so etwas oft eine Idylle. Alles eigentlich zu einfach, um die Jahrhunderte, ja Jahrtausende alte Faszination zu erklären, die diese Wunschlandschaft ausgeübt hat. Weiterlesen „Botschaft von Arkadien“

Nomadische Gedanken von Christine

Es geht nicht um Geld, sondern um Begegnungen und einen solidarischen Weg wie unsere Generation – wir begrenzen es auf eine Generation – das Alter verbringen kann / möchte. Wir werden alle zusammen nicht mehr so hohe Renten haben, aber viel Lust zu Reisen und miteinander Spaß zu haben.. Und die meisten von uns werden mehr Wohnraum haben, als sie brauchen. Wir wollen also die Reiselust, die Lust auf Begegnungen und auf Gemeinschaft fördern. Deshalb empfiehlt sich auch ein Verein oder eine Genossenschaft.
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Alte und neue Allmenden – MarthaCafé

Das Gesetz sperrt ein Mann oder Frau’n, die der Allmende Gänse klau’n
Doch dem größ’ren Schurken es erlaubt, dass der Gans er die Allmende raubt.“ (17. Jhdt)
Im Martha-Café (Marthastr. 35, 90482 Nürnberg)
am Dienstag, 3. Februar 2015, 19.30 h 
Klaus Prätor, Berlin
Alte und neue Allmenden
 (Commons, Gemeingüter)

Noch vor wenigen Jahren war Allmende einfach ein aussterbendes Wort für eine aussterbende Sache, eine alte Rechtsform besonders für Weideland, die bei uns seit dem 18.Jhdt. im Zug der „großen Transformation“ des Wirtschaftssystems zurückgedrängt wurde. Inzwischen wird immer mehr Menschen bewusst, dass nicht nur Weideland, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse, Umwelt, Saatgut, öffentliche Räume und vieles mehr immer Gemeineigentum waren und es besser auch bleiben sollen.

Farmer John im SlowLädle

Mit dem Thema Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi,auch als CSA bekannt) hat sich unser kleines SlowLädle am letzten Freitag fast schon vollständig gefüllt. Wir zeigten zunächst den Film „Farmer John“, in dem es nicht nur, aber auch um die Gründung einer SoLaWi geht. Der Film ist vielschichtig, passt auch in die Faschingszeit, ist aber gleichwohl nicht nur lustig. Es geht um einen leidenschaftlichen Bauern in 3. Generation. Dass er sich auch von der Hippie-Bewegung aus San Francisco anstecken lässt, bringt ihm Unverständnis und Ablehnung seiner Nachbarn ein. Weiterlesen „Farmer John im SlowLädle“