Dattelbaumallmenden

Im Anschluss an das Weltsozialforum in Tunis führte uns der Weg in die Wüstengegend des Schott el Djerid mit den großen Dattelpalmoasen von Tozeur und Nefta. Nicht weit davon finden sich die vielbesuchten Bergoasen Chebika, Tamerza und Mides.
Nur in Chebika scheint es noch die alte Form der Bewirtschaftung zu geben, bei der der Boden Gemeineigentum ist. Weiterlesen „Dattelbaumallmenden“

Rosas Revolutionäre Romantik

Zugegebenermaßen eine etwas kesse Titelfloskel, aber mit einem ernsthaften Inhalt. Rosa Luxemburg hat sich ja nicht nur mit den Allmenden in Nordafrika befasst, sondern weltweit, namentlich in Mitteleuropa, Russland, Indien, Nord- und Südamerika sowie Australien. Sie spielen eine zentrale Rolle in ihrer ökonomischen Theorie.

Unsere Kenntnisse über die ältesten und primitivsten Wirtschaftsformen sind sehr jungen Datums. Noch im Jahre 1847 schrieben Marx und Engels in der ersten klassischen Urkunde des wissenschaftlichen Sozialismus, im Kommunistischen Manifest: »Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen«. Gerade um dieselbe Zeit, wo die Schöpfer des wissenschaftlichen Sozialismus diese Auffassung kundgaben, begann sie auch schon von allen Seiten durch neue Entdeckungen erschüttert zu werden.

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Eine NEUE Hersbrucker Allmende

Ich will mal eine Idee fortspinnen, die im CittaSlow Werkstattgespräch am 23.6.12 bei den Möbelmachern (in Unterkrumbach bei Hersbruck) ganz kurz angeklungen war. Wir stellen uns vor, wir richten auf dem einstigen, derzeit sehr unansehnlichen Schickedanz-Gelände vor der (auch einstigen) westlichen Stadtmauer als Pilotnutzung eine Allmende ein – und wir kümmern uns vorläufig nicht darum, dass wir das Gelände nicht haben und nicht benutzen dürfen. Alles ein bisschen verrückt, aber vielleicht brauchen wir genau das.

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Alte und Neue Allmenden

allmende1Noch vor wenigen Jahren war „Allmende“ einfach ein aussterbendes Wort für eine aussterbende Sache – bis es eine neue Konjunktur im Zusammenhang mit freier Software, geistigen Eigentumsrechten („Creative Commons“), aber auch mit Saatgut, Umweltressourcen und generell mit Gemeingütern erlebte.
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Ursprüngliche Allmende

Charakteristisch für die Allmende in unseren Breiten war und ist, dass hier Privates und Öffentliches vielfältig ineinander greifen. Denn auf die gemeinsame Weide wird das private Vieh getrieben und sie existiert neben dem privaten Land, das für Getreide und Gemüse genutzt wird. Die Allmende bildet eine gemeinsame Infrastruktur, die privat genutzt werden kann. So gab es schon zu Zeiten der Abschaffung der Allmende (konkret 1815 in Ingolstadt) das soziale Argument, dass der Großbauer, der viel Großvieh auf die Allmende treibt, gegenüber dem mit wenig Kleinvieh bevorteilt wird.
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Allmendaufhebung

Mindestens so spannend wie die Allmende selbst sind ihr Ende, die Allmendaufhebung, und die Gründe dafür.  Auf den ersten Blick scheint es ja eine Folge des (wissenschaftlichen und sonstigen) Fortschritts gewesen zu sein. Als extensive Form der Landwirtschaft geriet sie in Misskredit zugunsten der „fortschrittlichen“ intensiven Landwirtschaft mit Stallhaltung, Kunstdünger etc. Das Ende der Allmende lag nahe bei Liebigs Erfindung der künstlichen Mineraldüngung. Aber, wie heute bei der Gentechnologie, sind die technischen Veränderungen eingebettet in wirtschaftliche und politische. Weiterlesen „Allmendaufhebung“

Tragik und Verfassung der Allmende

Die gesamte Kritik an der Allmendewirtschaft wird im Begriff der „Tragedy of the Commons“ zusammengefasst, den Hardin 1968 prägte. Heute wird er im Kontext neoliberaler Argumentation benutzt. Hardin selbst war aber als Malthusianer eher für mehr Regelung als für Liberalisierung. Zudem könnten wir ihn heute zu den Wachstumskritikern rechnen. Weiterlesen „Tragik und Verfassung der Allmende“