Commons Club im Cafe Feez ?

Mit Richard von der AttacVilla habe ich die Idee eines Commons Club entwickelt.

Halle

Auch wenn es irgendwann ein Netz werden soll, ist es gut, sich die Realisierbarkeit an einem konkreten Beispiel zu überlegen. Nehmen wir z.B. Halle. Nicht so groß wie Berlin, aber verkehrstechnisch an zentraler Stelle. Wie anderswo wird das Publikum wohl hauptsächlich aus Ort und Umgebung stammen, aber ergänzt durch Leute, die in Halle zu tun haben oder auf der Durchreise sind.

Das Café Feez (Bild) ist keine 10 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt und auch von Einrichtung und Ausstattung her gut geeignet. Es wird betrieben von der alternativ-libertären Genossenschaft „Halle im Wandel“. Gegenüber der gleichfalls erwägenswerten AttacVilla im nicht so weit entfernten Könnern ist es durch die zentrale Lage begünstigt.

Der Cafebetrieb geht bis 18 h. Am Abend, der bevorzugten Clubzeit, wird es nur gelegentlich für Veranstaltungen genutzt. Das könnte die Lücke für den Commons Club sein, der sich hier ohne dass neue Räume angemietet werden müssen, einnisten könnte. Als Einstieg wäre ein fester Wochentag (Freitag?) denkbar.

Zugang

Wie gesagt soll der Zugang Gespräch und Rückzug ermöglichen. Er ist auf die Mitglieder beschränkt und soll diesen weitgehende Freiheit erlauben. Anders als im Café soll es keinen Service geben sondern Selbstbedienung. Das setzt natürlich viel Vertrauen voraus. Die weitgehendste Möglichkeit wäre, allen Mitgliedern einen Schlüssel oder eine entsprechende Zugangsmöglichkeit zu geben.

Spätestens wenn der Zugang aber überregional möglich werden soll, könnte sich das als doch zu unübersehbar erweisen. Denkbar wäre auch, dass immer zumindest eine Person der Kerngruppe anwesend ist.
Häufig ergibt sich eine Gliederung in eine aktive Kerngruppe, die sich auch gut kennt und eine weitere, nicht so gut überschaubare Mitgliederzahl. Dann läge es nahe, der ersten uneingeschränkten Zutritt zu gewähren, den anderen nur bei Anwesenheit eines Kerngruppenmitglieds, das dann auch die Räume öffnet und schließt.

Mitglieder

Für die Mitgliedschaft muss nicht unbedingt eine eigene rechtsfähige Körperschaft gegründet werden. In Halle z.B. könnten sich die Mitglieder primär aus der Genossenschaft Halle im Wandel und dem Verein Freundeskreis der AttacVilla speisen. Es wird aber wohl sinnvoll sein, eine eigene Mitgliedschaft im Commons Club vorzusehen, da wohl nicht alle Mitglieder der genannten Vereinigungen dabei sein wollen.

Ohne finanzielle Leistung wird der Commons Club wohl nicht möglich sein. Im Fall Halle ließe sich das so handhaben, dass jedes Mitglied eine gewisse Anzahl von Genossenschaftsanteilen bei „Halle im Wandel“ erwerben muss, wobei man sich eine Sozialstaffel überlegen kann. Laufende Kosten lassen sich über verzehrte Getränke etc. decken.

Die Art der Aufnahme, evtl. Bedingungen für die Mitgliedschaft, z.B. Empfehlung durch Mitglieder etc. müssen noch überlegt werden.

Übernachtungen

Es ist sehr wünschenswert, wenn sich das Leben des Commons Club nicht nur auf örtliche Mitglieder beschränkt. Dann taucht allerdings die Frage der Übernachtung auf, Im Idealfall hätte die entsprechende Örtlichkeit auch eine Übernachtungsmöglichkeit. Beim Café Feez z.B. ist das nicht der Fall. Es hätte ohnedies den Nachteil, dass das Vorhalten von solchen Räumen aufwändig ist, besonders in zentraler Lage. Hier liegt die Vermittlung privater Unterkunft bzw. günstiger Übernachtungsmöglichkeiten nahe, in Halle z.B. in der schon erwähnten AttacVilla in Könnern.

In diesem Zusammenhang bleibt noch vertieft zu klären (was hier nicht geschehen kann), wie sich die Idee des Commons Club mit anderen Örtlichkeiten verträgt, Wie ließe sich ein Club statt an ein Café an ein Wohnprojekt, ein Ferien- und Tagungshaus anschließen und wie hängt das von der jeweiligen Lage (ländlich / städtisch /…) ab.

Vernetzung

In einem zweiten und dritten Schritt können die Commons Clubs bundes- und europaweit vernetzt werden, indem sie sich gegenseitige Nutzungsmöglichkeiten einräumen. Das würde Vielfalt und Attraktivität steigern, aber zugleich wachsen damit natürlich auch die Schwierigkeiten. Es muss vergleichbare Verpflichtungen und Rechte geben, die Gewährleistung des Vertrauens wird nicht einfacher und es muss sichergestellt werden, dass die Nutzung reziprok und nicht völlig asymmetrisch erfolgt.

Zunächst aber ist wichtig, diese Schritte nicht vor dem ersten zu tun und erst einmal einen Commons Club in die Welt zu setzen – vielleicht in Halle.

1 Kommentar zu „Commons Club im Cafe Feez ?“

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