Ein Weg und ein Museum

Mit einer kleinen Gruppe von Jean-Paul-FreundInnnen, angeführt und -geleitet vom Herausgeber der Werke des Dichters, machen wir uns auf den Weg, um die ersten zwei Etappen des noch in der Entstehung begriffenen Jean-Paul-Wegs zurückzulegen. Gegenwärtig geht er bis Bayreuth und soll 2013 bis Sanspareil fortgeführt werden. Er beginnt in Joditz und das tun auch wir. Joditz war der Kindheitsort, den er zeitlebens, ebenso wie die Kindheit selbst, verherrlichte. Von dort geht es, die Saale entlang, nach Hof. Dort gründete Jean Paul mit, dem Vernehmen nach, jungen, hübschen und gebildeten Damen des dortigen Bürgertums seine „Erotische Akademie“. Wie in jeder ordentlichen Akademie gab es auch eine Preisfrage: „Wie weit darf die Freundschaft gegen das weibliche Geschlecht gehen und welcher Unterschied ist zwischen ihr und der Liebe?“ Das in der Akademie praktizierte Ideal nannte er die Simultan- oder Tuttiliebe. Später sagte er über die Hofer Zeit (allerdings) auch, dass er in ihr am meisten gelitten und am besten geschrieben habe. Zu den Zusammenkünften der Akademie lief er, wiederum die Saale entlang, jeden Samstag immerhin fast. 20 km von Schwarzenbach nach Hof. Wir tun das in Gegenrichtung – und nur einmal.

Dann noch einmal nach Joditz in das jeanpaulste aller Jean-Paul-Museen. „Es handelt sich um das private Jean-Paul-Museum des Ehepaars Schmidt. Wer sich auf so etwas einlässt, muss selber etwas von dem haben was normalerweise nur Jean-Paul-Figuren haben: einen liebenswürdigen Spleen, eine kauzige Passion und vor allem: eine unbändige Liebe zu den Büchern.“ (aus „Provinzler aus Überzeugung“)

Dieses Museum hat wahrscheinlich nicht nur die meisten Erst- und Sonderausgaben von Jean Paul, sondern auch unglaublich viele lokale und sonstige Quellen, bis hin zu aktuellen Schülerarbeiten über Jean Paul. Es ist von ganz reizenden Menschen mit unglaublich viel Liebe und Arbeit zusammen gestellt worden und hat einen entsprechend guten Ruf unter Kennern. Das Bild zeigt die Museumsgründer samt einer Wachspuppe nach Jean Paul.

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