Hegel und Mendelssohn zum einfachen Leben

In der Idylle sind – ihrer einfachen Gesellschaftsstruktur entsprechend – die Mittel zur Befriedigung physischer Bedürfnisse denkbar primitiv, ein Umstand, den Hegel in seinem kurzen Abschnitt über diese Gattung verspottet:

(Sie wissen von nichts) als von Essen und Trinken, und zwar von sehr einfachen Speisen und Getränken, zum Exempel von Ziegenmilch, Schafmilch und zur Not höchstens von Kuhmilch, von Kräutern, Wurzeln, Eicheln, Obst, Käse aus Milch – Brot, glaube ich, ist schon nicht mehr recht idyllisch … 

Bereits Mendelssohn benennt als Hauptmerkmal der Idylle die „Darstellung kleinerer Gesellschaften“ :

„Das Landvolk, Schäfer, Jäger, Fischer u.d.g., sind Leute, die als Familien und Freunde untereinander leben, keine höhere gesellschaftliche Verhältnisse kennen, und wenn sie auch durch geheime Bande mit einem großen Staat verknüpft sind, so sind diese Bande doch so versteckt, daß sie der Dichter unsern Augen völlig unsichtbar machen kann.“ 43

Hegel nennt aber noch eine andere Gruppe von „Beschäftigungen“, nämlich

mit so vieler Sentimentalität als möglich solche Empfindungen zu hegen und zu pflegen, welche diesen Zustand der Ruhe und Zufriedenheit nicht stören, d.h. in ihrer Art fromm und zahm zu sein, auf der Schalmei, der Rohrpfeife usf. zu blasen oder sich etwas vorzusingen und vornehmlich einander in größter Zartheit und Unschuld liebzuhaben.