Relationen, Listen, Markup

Heute kam nun meine Würzburger Lehrveranstaltung zur Datenmodellierung an ihr Ende. Es ging um die Modellierung und Handhabung von Datenstrukturen im Hinblick auf philologische Anwendungen. Das Ziel war, zumindest soviel über unterschiedliche Datenstrukturen und Modellierungsmöglichkeiten zu erfahren, dass man nicht immer ein zufällig bekanntes Werkzeug einsetzt. (Dem der nur einen Hammer hat, wird jedes Problem zum Nagel.) Das geschah in drei Bereichen: datenbankartige Strukturen, insbesondere relationale, dynamische wie Listen und Bäume und schließlich strukturierte (getaggte) Texte.  Weiterlesen „Relationen, Listen, Markup“

Datenmodellierung in Würzburg

Wie seit längerem gewünscht, habe ich nun mit einem Lehrauftrag in Würzburg begonnen – zum Thema „Datenmodellierung: Handhabung von Datenstrukturen für die Geisteswissenschaften“. Er ist  in den Studiengang Digital Humanities (Computerphilologie) eingebunden. Wir haben mit einer Tour d‘Horizon über die Seminarthematik begonnen. Sie erstreckt sich von Datenbankstrukturen, insbesondere relationalen, über typisch informatische Strukturen wie Bäume und Listen bis hin zu textlichen wie sie in den diversen Textauszeichnungssprachen festgehalten werden. Vor allem soll es auch um ihre wechselseitigen Bezüge und ihre spezifischen Vorteile und Einsatzmöglichkeiten gehen – und natürlich um ihre Handhabung. Das Seminar ist auf vier jeweils zweitägige Sitzungen im Semester geplant.

Zur Zukunft des Zitierens

Unbescheiden schreibe ich mein Thema pars pro toto für die ganze Tagung, ohne suggerieren zu wollen, es sei ihr Zentrum gewesen. Das Gesamtthema hieß „Medienwandel – Medienwechsel in der Editionswissenschaft“ und es war die 13. Internationale Tagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition. Sie wurde vom Freien Deutschen Hochstift und der Universität Frankfurt ausgerichtet und fand  vom 17. – 20. Februar 2010 in Goethes Elternhaus (Bild) und im neuen Campus Westend in Frankfurt statt. Der Übergang ins digitale Medium ist natürlich das zentrale Thema der Tagung und eigentlich auch der Arbeitsgemeinschaft. Beim Buch ist, wenn man von Sonderformen wie Lexika und Wörterbüchern absieht, der Durchbruch des Digitalen noch nicht erfolgt, anders als bei Musik, Fotos und Filmen. IMHO (in my humble opinion) könnte sich das mit dem angekündigten iPad ändern. Mal sehen!

Auch die Anhänger des neuen Mediums müssen zugeben, dass beim Zitieren die Probleme größer werden. Die vertraute Orientierung am Seitenfall fehlt, Webadressen gehen teilweise ins Leere Weiterlesen „Zur Zukunft des Zitierens“

Where have you gone, XML?

Am Deutschen Literaturarchiv in Marbach (im Bild das dortige Geburtshaus Schillers) fand eine kleine, aber feine Tagung zur Textauszeichnung in Editionen statt. Ziel war und ist die Erstellung von entsprechenden Empfehlungen. Da die aber noch in mehreren Besprechungen und mit verschiedenen Interessengruppen weiter entwickelt werden müssen, will ich hier keine vorläufigen Fassungen bekannt machen und stattdessen den Anlass ergreifen, um einige mir durch den Kopf gehende Überlegungen oder Bedenken zur Entwicklung der eXtended Markup Language anzusprechen. In ihrem Anfang als Structured Generalized Markup Language (SGML) war das Ziel, die mit grafischen Mitteln ausgedrückten Strukturen von Texten, wie z.B. Überschriften, Absätze, Zitate, Listen durch deren sachliche Auszeichnung, d.h. durch ihre explizite Benennung (in spitzen Klammern) zu ersetzen. Dass es die sachliche Auszeichung gebe, war damals kein Thema und musste es vielleicht auch nicht sein.  Weiterlesen „Where have you gone, XML?“

Prolog Server Pages

Benjamin Johnston (im Bild seine Heimatstadt Brisbane) ist der Australier, der den schon früher erwähnten Ausspruch tat:

Prolog is the coolest language I know. If it were legal to marry programming languages, I would marry Prolog. 🙂

Er ist auch der, auf dessen Prolog Server Pages (PSP) hier vor allem Bezug genommen wird. Prolog, in der Tat eine wunderschöne Programmiersprache, hat in Bezug auf das Web die Ungnade der frühen Geburt, will heißen: Obwohl es von der Konzeption her wunderbar für die Handhabung der dem Web innewohnenden Strukturen geeignet ist, ist es nicht so für die praktische Einbettung ins Web entworfen worden wie z.B. PHP oder Javascript. Zwar gibt es durchaus auch für Prolog Bibliotheken zur Webhandhabung, z.B.  DisLog (Seipel) oder Pillow (Diaz), aber das sind eben vollwertige Programmierumgebungen, die nicht so geeignet sind, wenn in vorwiegend textliche Webseiten gelegentlich programmgenerierte Elemente eingebettet werden sollen. Dafür gibt es z.B. in PHP oder Java Server Pages. Aber auch in Prolog finden sich dafür Ansätze, die ihre Bekanntmachung und vielleicht auch Weiterentwicklung verdienen. Weiterlesen „Prolog Server Pages“

Wissensorganisation

Wissen – Wissenschaft – Organisation. Unter diesem Titel stand die Tagung des deutschen Chapters der International Society for Knowledge Organization (ISKO) in Bonn. Nähere Informationen, die ich hier nicht wiederholen will, finden sich unter obigem Link. Ich will lediglich einige Vorträge hervorheben, die ich aus subjektiver Perspektive interessant fand:

Weiterlesen „Wissensorganisation“

Logik, Handlung, Organisation

Nach einer Lesefrucht nun eine der selteneren Schreibfrüchte. Vor einigen Wochen hatte ich ja schon von der Bonner Tagung zur Wissensorganisation berichtet und dabei meinen eigenen Beitrag sozusagen angekündigt. Der Abgabetermin ist noch nicht einmal einen Monat verstrichen – und schon ist er fertig.

Er hat als Thema „Logik als Organisation von Handlungen“.

Darin sollen zwei Themen aus meinen beiden beruflichen Vergangenheiten zusammenwachsen, die IMHO (=m.E.) zusammengehören. Weiterlesen „Logik, Handlung, Organisation“

Editionen für das 21. Jahrhundert

München (im Bild der Chinesische Turm im Englischen Garten) war diesmal der Ort der alle drei Jahre stattfindenden Tagung der Arbeitsgemeinschaft der philosophischen Editionen (AgphE) – die unter dem Thema „Editionen für das 21. Jahrhundert“ stand. Darüber, wie die aussehen sollen, bestand keine allgemeine Einigkeit. Internet und gedrucktes Buch waren die Bezugspunkte, auf die die divergierenden und versöhnenden Stellungnahmen ausgerichtet waren. Von genuin digitalen Büchern war nicht die Rede, obwohl ich hier in nächster Zeit gerade wesentliche Fortschritte erwarte – in Form von eBooks, die von Display und Handhabung her dem Buch Konkurrenz machen können. Weiterlesen „Editionen für das 21. Jahrhundert“

Prolog – eine Wiederbegegnung

Vor kurzer Zeit machte ich eine sehr erfreuliche Entdeckung – allerdings eine solche, von der ich fürchte, dass wenige meine Euphorie teilen können. Ein australischer Programmierer, schrieb, wenn man Programmiersprachen heiraten könnte, würde er Prolog wählen. Mir geht es so ähnlich. Prolog, nicht mehr ganz jung, aber sehr attraktiv, ist eine alte Liebe von mir. Weiterlesen „Prolog – eine Wiederbegegnung“

Jean Paul. Editionen in Berlin und Würzburg

13. Juli 2009

Jean Paul war der Anlass, mich wieder einmal in die BBAW zu begeben. Vorgestellt wurde der neu fertig gestellte dritte Band der Briefe an Jean Paul (in zwei Teilbänden), was angesichts auslaufender Förderungmittel zwischenzeitlich nicht selbstverständlich und jetzt um so mehr Grund zur Freude war. Näheres findet sich in diesem Faltblatt und den weiteren Fortgang kann man auf den Webseiten der Arbeitsstelle verfolgen. Aus alter Verbundenheit mit Jean Paul und auch weil die Briefausgabe mir inhaltlich gut geeignet schien, hatte ich früher eine, inzwischen etwas angestaubte, digitale Spielversion einer Auswahl und eine etwas ernsthaftere des ersten Bandes erstellt und dieses Interesse an Jean Paul und seinen Editionen ist auch nicht erloschen. Weiterlesen „Jean Paul. Editionen in Berlin und Würzburg“