Programmieren – from a logical point of view

Um nach einer längeren Unterbrechung dieses Blogthema wieder aufzunehmen, versuche ich mal, meine Interessen im Umfeld Logikprogrammierung aufzulisten. Ich mache das historisch, die ganz alten Sachen zuerst, die neueren am Ende. Das muss man nicht alles durchlesen. Die fett hervorgehobenen Worte geben eine Orientierung.

Mein erstes Prolog, das ich beruflich einsetzte, war LPA- Prolog. Es hatte zwei Features, die zumndest damals nicht typisch für Prolog waren, aber wichtig für meine Anwendungen. Weiterlesen „Programmieren – from a logical point of view“

Eisberg der Referenz

Zitieren ist nur die Spitze des Eisbergs der Referenz. Das motivierte meinen Vortrag auf der Jahrestagung der Text Encoding Initiative (TEI) vom 11. bis zum 16. Oktober in Würzburg. Er trägt den Titel „Reference and Annotation. From Citation to ,Watson‘“ und knüpft an an meine früheren Vorschläge, das am Seitenfall orientierte wissenschaftliche Zitieren nach Seite und Zeile durch den Bezug auf sinntragende Einheiten wie Wort oder Satz zu ersetzen. Damit eröffnen sich aber auch neue Möglichkeiten für Kommentierung und Auszeichnung von Texten, insbesondere durch Weisen des externen Bezugs (Stand-off Markup). Diesem Konzept folgt auch die

Unordered Information Management Architecture. Sie wurde von IBM in einer spektakulären Anwendung eingesetzt, wo in einem populären USA-Quiz über Allgemeinwissen im Februar diesen Jahrs ein Computer (Watson) zwei menschliche Champions schlug. Wer es genauer wissen will, kann sich die Folien ansehen oder das Abstract lesen.

Templates für Annotationen

Auf dem TEI-Kongress war ich fleißig und habe noch ein zweites Referat „Template Based Analysis“ gehalten – in einem Workshop von Dietmar Seipel zum Thema „Analysing Electronic Dictionaries with TEI“.

Templates sind Textschablonen, vergleichbar Formularen. In ein festes Textgerüst sind Leerstellen eingebaut, die manuell oder z.B. aus Datenbanken automatisch ausgefüllt werden. Sie sind wichtig, weil sie Arbeitsteilung und -strukturierung ermöglichen. Sie sind interessant, weil sie ineinander verschachtelt werden und so komplexe Strukturen erzeugen können, wie schön an Kochrezepten (Bild) zu sehen ist. Weiterlesen „Templates für Annotationen“

PROgrammation LOGique

Wie im letzten Jahr verbringe ich einen Teil des Sommers mit dem Versuch, mittels eines Lehrauftrags an der Uni Würzburg, die informatorische Bildung zu verbreitern, diesmal mit einem Kurs zur Programmierung in Prolog. Eigentlich sollte es um Programmieren im Allgemeinen gehen, aber meine nicht zu verheimlichende Neigung zu Prolog hat sich nun auch im Titel niedergeschlagen. Prolog, derzeit nicht die modischste aller Programmiersprachen, hat gleichwohl vor kurzem einen spektakulären Erfolg errungen. In der Nachfolge ihres schachweltmeisterbesiegenden Computers Deep Blue trat IBM nun mit einem Computer Watson in einem USA-Quiz zur Allgemeinbildung an – und hat gegen zwei ausgewiesene Champions gewonnen.  Weiterlesen „PROgrammation LOGique“

Zitieren im digitalen Medium

Schon im letzten Jahr hatte ich in Frankfurt einen Vortrag „Zur Zukunft des Zitierens“ gehalten. Mittlerweile habe ich ihn ausgearbeitet und er soll in dieser Form in der nächsten Ausgabe von „editio“ erscheinen.

Mit ihrer Digitalisierung verändert sich die Materialität von Texten grundlegend, und damit auch die Art, wie auf sie Bezug zu nehmen ist. Dieser Übergang ist nicht frei von Problemen, die dadurch noch größer werden, dass die Bezugnahme auch wechselseitig zwischen den Welten des Drucks und der elektronischen Repräsentation möglich sein soll. Weiterlesen „Zitieren im digitalen Medium“

Philosophy meets Robotics

„Philosophy meets Robotics“ war der Titel der „8th European Conference on Computing and Philosophy“. zu der Gäste von Schweden bis Türkei, Portugal bis Russland, aber auch aus China, Japan, Israel, Südamerika und USA kamen. Das inhaltliche Spektrum war ähnlich breit gefächert: Philosophy of Computer Science, Information and Cognition, Robotics, AI and Cognitive Systems, Computational Neurosciences of Emotion and Consciousness, Computational Approaches to Thought and Action, um nur einen Bruchteil zu nennen. Wie meist bei Kongressen nutze ich den Blog nur, um meinen eigenen Beitrag vorzustellen. (Die anderen sollte man über obige Webseite der Konferenz finden. Derzeit finde ich allerdings keine elektronische Variante der Kongressakten – angesichts des Themas etwas verwunderlich!) Was auch schon Tradition hat: meinen Beitrag gibt es in schriftlicher Form gar nicht. Die Fassung für die Akten ist schon veraltet und enthält die interessantesten Passagen nicht. Die vorgetragene Fassung habe ich nur als Präsentation, aus der man ohne Erläuterung wahrscheinlich nicht schlau wird.

Satiren und Ironien

Dieser Eintrag, wenn ich recht gezählt habe, der hundertste, ist weder satirisch noch ironisch. Er ist motiviert durch , eine editionsphilologische Tagung, die, für den Kenner offensichtlich, viel mit XML zu tun hat. Ich fühle mich ihr auch, aber nicht nur, verbunden, weil sie in den ersten Jahren im Zusammenhang mit der Technikkommission der AG für philosophische Editionen stattfand, für die ich zuständig war.

Diesmal war für mich besonders interessant, dass auf ihr ein relativ schnell entstandener Entwurf für eine Digitalisierung der Würzburger Jean-Paul-Editionen, insbesondere der „Satiren und Ironien“ vorgestellt wurde (vgl. Bild oben). Er fand erfreulicherweise ein sehr positives Echo. Die Skizze ist für einen Blog zu lang, für die Sache aber zu kurz Weiterlesen „Satiren und Ironien“

Markup in Marbach

Eine Tagung vom Anfang des Jahres fortsetzend, traf sich eine kleine Gruppe am Deutschen Literaturarchiv (Bild) in Marbach, hauptsächlich Vertreter der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Editionen, aber auch der entsprechenden AGs für Musikwissenschaft und Philosophie.

Frau Hengel von der Deutschen Nationalbibliothek berichtete über deren Normdateien, insbesondere die Personennamendatei (PND). Diese ist natürlich von großer Bedeutung auch für Editionen, da sie erhöhte Sicherheit und weniger Arbeit bedeuten kann und vor allem der Editonen übergreifenden Identifikation von Personen dient. Weiterlesen „Markup in Marbach“

Computer und Philosophie

2008 hatte ich auf dem Deutschen Kongress für Philosophie in Essen einen Vortrag über „Logik und Handlung im Computer“ gehalten. Der brachte mir nun mittlerweile eine Einladung zur ECAP10 ein, der europäischen Konferenz der International Association for Computing und Philosophy ein. Sie findet im Oktober an der Technischen Universität München statt. Weiterlesen „Computer und Philosophie“

Relationen, Listen, Markup

Heute kam nun meine Würzburger Lehrveranstaltung zur Datenmodellierung an ihr Ende. Es ging um die Modellierung und Handhabung von Datenstrukturen im Hinblick auf philologische Anwendungen. Das Ziel war, zumindest soviel über unterschiedliche Datenstrukturen und Modellierungsmöglichkeiten zu erfahren, dass man nicht immer ein zufällig bekanntes Werkzeug einsetzt. (Dem der nur einen Hammer hat, wird jedes Problem zum Nagel.) Das geschah in drei Bereichen: datenbankartige Strukturen, insbesondere relationale, dynamische wie Listen und Bäume und schließlich strukturierte (getaggte) Texte.  Weiterlesen „Relationen, Listen, Markup“