Case Caro Carrubo

Meine zweite (oder vielleicht doch eher vierte) Heimat werden gerade die Case Caro Carrubo in den Ibleischen Bergen bei Ragusa auf Sizilien. In scheinbarem Gegensatz zu meinen nomadischen Neigungen habe ich ja gern feste Bezugsorte. Aber die Nomaden waren und sind ja auch keine Expeditionsreisenden, sondern bewegen sich zwischen vertrauten Orten.

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Sizilianische Perspektiven

Bekannt waren mir die Galline Felici (Glücklichen Hühner) schon seit langem als Protagonisten alternativer oder solidarischer landwirtschaftlicher Ökonomie auf Sizilien und in Italien. Sie stellten Beziehungen zunächst zu den solidarischen Einkaufszentren (GAS) Norditaliens, dann auch Frankreichs und Belgiens her. In direkten Kontakt mit ihnen kam ich durch die Initiative Miriam Frischs, entsprechende Kontakte auch zu Süddeutschland aufzubauen. Das motivierte mich, sie direkt in Sizilien zu besuchen. Die Kooperative verbindet Höfe auf einem großen Gebiet und mit beträchtlichen Unterschieden. Gemeinsam ist ihnen die Liebe zu einer regionalen, traditionellen und biologischen Landwirtschaft. Ich konnte eine Reihe von ihnen besuchen. Beeindruckend ist die Arbeit, die die Produzenten dafür aufwenden, und die Freude und Freundlichkeit, die sie ausstrahlen. Roberto Li Calzi, ihr Begründer, ist ständig mit neuen Ideen unterwegs. Im Moment bildet er in Italien gelandete Migranten aus und hofft. mit ihnen eine neue Kooperative aufzubauen.

SoliOli – Erwartungen übertroffen, Fortsetzung folgt

Obwohl eine unserer beachtetsten Aktivitäten tauchte der Direktimport aus Griechenland bisher in keinem meiner Blogs auf. Daher zunächst mal: Film zurück:

Am 9.9.2016 endete offiziell unser SoliOli-Kampagne zum Import „solidarischen Olivenöls“ aus Griechenland. Am 10.9. gab es eine Abschlussveranstaltung im Prinzessinnengarten Filippos Polatsidis aus Thessaloniki referierte über die vielseitigen Aktivitäten der Gruppe Pervolarides (Die Gärtner), einer Selbsthilfeinitiative von und für Arbeitslose und auch für Geflüchtete.

Das Ergebnis hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Wir hatten etwa 300 Bestellungen, darunter auch etliche Sammelbestellungen, so dass wir am Ende mehr als 1800 Liter Olivenöl plus Oliven etc. für insgesamt ca. 17000 € verkauft hatten. Ganz herzlichen Dank für Eure Unterstützung! Wie Ihr wisst, werden damit nicht nur die Produzenten unterstützt. Zusätzlich geht ein Drittel der Summe in solidarische Projekte und Netze. Weiterlesen „SoliOli – Erwartungen übertroffen, Fortsetzung folgt“

Ägäische und maghrebinische Solidarität

Zwar klingt der Titel schöner, aber ich kann es auch einfacher ausdrücken: Es geht um die Solidarität in und für Griechenland und Marokko. Ich greife dabei auf eigene Reiseeindrücke zurück, die aber mit Aktivitäten im Forum Solidarische Ökonomie zusammenhängen. Dort hatten wir uns nämlich überlegt, dass in der jetzigen Situation die Solidarität mit dem Süden Europas von besonderer Wichtigkeit ist und wir haben uns dann auch bei einigen Aktivitäten dazu eingebracht. Weiterlesen „Ägäische und maghrebinische Solidarität“

Europas Süden

Ursprünglich wollte ich ja zu einer Woche mit meinem alten Lieblingsthema Arkadien einladen, aber jetzt gefällt mir ein anderes noch besser – und Euch vielleicht auch:
Europas Süden – Krisen- und Sehnsuchtsland
Der Grundgedanke ist einfach: die Länder, die jetzt besonders unserer Solidarität bedürfen, sind auch die, denen viele von uns seit langem viel Sympathie entgegenbringen. Wir verbringen nicht nur unsere Urlaube dort, sondern haben dort Anregungen empfangen, die unsere Lebenspläne und Gesellschaftsentwürfe wesentlich geformt haben. Weiterlesen „Europas Süden“

2013/06/8-9 Alter Summit in Athen

Vom 8-9. Juni wird in Athen der AlterSummit Europa stattfinden. Er setzt die Bemühungen um ein Ende der jetzigen Geld- und Wirtschaftspolitik fort, die zuletzt auf dem Europäischen Sozialforum in Florenz Thema waren. Insbesondere die gegenwärtige Austeritätspolitik, die Eingriffe in die Demokratie und die Maßnahmen im Süden Europas stehen im Mittelpunkt. Hier finden sich weitere Informationen.

Abschied vom Süden

Abschied vom Süden – so betitelte die Zeit im Juli einen Artikel zur Wirtschaftskrise im südlichen Europa und weckte damit die Assoziation, dass diese jetzt von der Krise betroffenen, und darob auch noch gescholtenen, Länder doch unsere Lieblinge waren und wohl teils auch noch sind. Eine Vielzahl von uns verbringt dort ihren Urlaub und, mehr als das, importierte von dort Ideen eines gelingenden Lebens (die ja eigentlich zu einem guten Urlaub gehören). Der ansonsten durchaus ordentliche Artikel geht wenig darauf ein. Allerdings fand sich gleichfalls im letzten Sommer in der Süddeutschen ein ähnlicher Artikel, “der Süden” überschrieben. Darin wird zum einen erinnert an die Vielzahl der Ideen und Errungenschaften, die wir aus dem Süden Europas übernommen haben, zum anderen an die Freundlichkeit, Offenheit und Wärme des Völker verbindenden europäischen Urlaubssommers, die jetzt der Kälte des Ressentiments und der Spardiktatur gewichen sind.
Nicht nur individuelle Träume sind dort entstanden, auch die Ideen alternativen und solidarischen Lebens wurden in diesen Zusammenhängen angeregt und gefördert. Die Anarchisten und die Lebensreformer vom Monte Verita zog es nicht zufällig auf die Alpensüdseite und nicht wenige der Initiativen der Siebzigerjahre hatten dort Wurzeln. Sogar die heute zu Recht belächelte „Toskana-Fraktion“ begann ja mit dem richtigen Gedanken, dass gesellschaftliche Arbeit und politischer Kampf mit der Idee eines guten Lebens ergänzt werden muss. Und gerade jetzt entstehen in Europas Süden, besonderes natürlich in Griechenland, vielfältige Ansätze solidarischen Wirtschaftens. Für mich ist es keine Frage, dass die europäische Krise an ihren Wurzeln in Wirtschaft und Finanzmärkten bekämpft werden muss, Daneben können aber Formen direkterer Solidarität mit und Anteilnahme an diesen Projekten stehen. Dies wäre nicht nur eine Form der Unterstützung, sondern gleichzeitig ein Feld der Erfahrungen, um eigene alternative Lebens- und Wirtschaftsformen zu erproben. In einem griechischen Manifest heißt es, Griechenland sei “die Labormaus der neoliberalen Sparoffensive, aber auch ein Labor des Widerstands” – und hoffentlich auch einer neuen alternativen und solidarischen Zukunft.