Relationen, Listen, Markup

Heute kam nun meine Würzburger Lehrveranstaltung zur Datenmodellierung an ihr Ende. Es ging um die Modellierung und Handhabung von Datenstrukturen im Hinblick auf philologische Anwendungen. Das Ziel war, zumindest soviel über unterschiedliche Datenstrukturen und Modellierungsmöglichkeiten zu erfahren, dass man nicht immer ein zufällig bekanntes Werkzeug einsetzt. (Dem der nur einen Hammer hat, wird jedes Problem zum Nagel.) Das geschah in drei Bereichen: datenbankartige Strukturen, insbesondere relationale, dynamische wie Listen und Bäume und schließlich strukturierte (getaggte) Texte. 

Im Einzelnen ging es um Strukturen und Abfragesprachen für relationale Datenbanken (andere Modelle kamen am Rande auch vor), Entwurfsprinzipien (Normalformen, Entity-Relationship-Diagramme) und die Gestaltung der Benutzeroberfläche. Praktische Beispiele wurden der gerade laufenden Fußball-WM entnommen.

Parallel wurden dann die entsprechenden Strukturen und Abfragen in Prolog vorgestellt plus die hier vorhandenen zusätzlichen Möglichkeiten deduktiver Datenbanken (Regeln, Inferenz).  Diese Sprache war dann auch die Grundlage für die Darstellung von Listen, Bäumen und Grammatiken. Der Einstieg erfolgte über endliche Automaten (Kaffee-, Fahrkartenautomat) und die zugehörigen regulären Ausdrücken. Die wurden dann zu kontextfreien Grammatiken erweitert.

Diese waren dann wiederum die Basis für die Behandlung von Textauszeichnungssprachen und damit ausgezeichneten Texten, wo sie in Gestalt von DTDs (Document Type Definitons), Schemes oder RelaxNG auftauchen und die zulässigen Textstrukturen beschreiben.

Die Navigationsmöglichkeiten in strukturierten digitalen Texten, ihre Systematisierung und Handhabung bildeten den Übergang in konkrete Beispiele (Rezeptbücher, Reiseführer, Briefkorrespondenzen).

Es sieht so aus, dass es im nächsten Sommer eine Wiederholung geben wird.

Kommentar verfassen