Zur Zukunft des Zitierens

Unbescheiden schreibe ich mein Thema pars pro toto für die ganze Tagung, ohne suggerieren zu wollen, es sei ihr Zentrum gewesen. Das Gesamtthema hieß „Medienwandel – Medienwechsel in der Editionswissenschaft“ und es war die 13. Internationale Tagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition. Sie wurde vom Freien Deutschen Hochstift und der Universität Frankfurt ausgerichtet und fand  vom 17. – 20. Februar 2010 in Goethes Elternhaus (Bild) und im neuen Campus Westend in Frankfurt statt. Der Übergang ins digitale Medium ist natürlich das zentrale Thema der Tagung und eigentlich auch der Arbeitsgemeinschaft. Beim Buch ist, wenn man von Sonderformen wie Lexika und Wörterbüchern absieht, der Durchbruch des Digitalen noch nicht erfolgt, anders als bei Musik, Fotos und Filmen. IMHO (in my humble opinion) könnte sich das mit dem angekündigten iPad ändern. Mal sehen!

Auch die Anhänger des neuen Mediums müssen zugeben, dass beim Zitieren die Probleme größer werden. Die vertraute Orientierung am Seitenfall fehlt, Webadressen gehen teilweise ins Leere und die leichte Veränderbarkeit untergräbt die Authentizität des Zitats. Meine (schon seit langem vertretene) Hauptthese ist, dass sich das digitale Zitat an Sinn tragenden Einheiten wie Absatz, Satz oder Wort orientieren muss und nicht an zufälligen Oberflächenphänomenen wie Seiten und Zeilen. Ich füge die Folien meines Referats an, auch wenn die nicht unbedingt selbsterklärend sind. Mittlerweile gibt es auch eine überarbeitete Textfassung.

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